Zigarettenfilter und ihre Umweltgefahren

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick zum Thema Umweltverschmutzung durch Zigarettenkippen. Die erschreckenden Fakten sprechen leider für sich. Gesammelt haben wir unsere Informationen von verschiedenen Verbänden wie BUND, WWF und OCEANCARE. Alle Quellen werden genannt.

Kunststoff und Mikroplastik

Zigarettenfilter bestehen aus Kunststoff und enden oft als Mikroplastik. In einem Liter arktischen Meereis wurden 12.000 Mikroplastikteilchen gefunden, darunter auch Celluloseacetat von Zigarettenfiltern.

Wasservergiftung

Ein einziger Zigarettenfilter kann 1.000 Liter Wasser so stark vergiften, dass kleine Wassertiere sterben. Nach einer halben Stunde hat sich die Hälfte des Nikotingehalts einer Kippe in einer Pfütze aufgelöst.

Sammlung und Konsum

Im September 2018 sammelte der BUND am Osterdeich auf 300 Metern 23.500 Kippen. In Deutschland werden jährlich etwa 106 Milliarden Zigaretten geraucht, von denen zwei Drittel auf dem Boden landen.

Toxische Inhaltsstoffe

Zigarettenstummel enthalten 700 toxische Gifte, darunter:
– Nervengift Nikotin
– Zellulose-Acetat
– Mikroplastik
– Toxische Substanzen wie Ethylphenol, Schwermetalle (z.B. Titandioxid), Propylenglykol, verschiedene Insektizide und Zyanid

Gefahr für Fische

In einem Liter Wasser kann eine Zigarette nach vier Tagen Fische töten. Manche Gifte können sich in den Fischen ansammeln und gelangen so in die Nahrungskette.

Entsorgungskosten

Die Entsorgungskosten sind enorm. Städte und Gemeinden in Deutschland geben laut einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) 225 Millionen Euro jährlich für die Entsorgung von Zigarettenkippen aus Parks und Straßen aus.

Was kannst du tun? Vier einfache Tipps für den Alltag.

1  Kippen gehören in den Müll.
2  Benutze unterwegs einen Taschenaschenbecher.
3  Nutze einen Kippenfänger oder stelle ihn zur Verfügung für Bereiche, wo viel geraucht wird.
4  Beteilige dich an Cleanups.

Infos BUND Bremen

Kippen und Verpackungen statt makelloser Sandstrände

2022 wurden laut der US-Nichtregierungsorganisation Ocean Conservancy in deutschen Küstenregionen rund 173 Kilogramm Müll von Freiwilligen aufgesammelt und fachgerecht entsorgt. Wie unsere Grafik zeigt, entfällt der mit Abstand größte Anteil zuordenbare Anteil hinsichtlich der Stückzahl auf Zigarettenstummel. Daten aus dem aktuellen Jahresbericht von Ocean Conservancy zufolge sammelten über 500 Freiwillige im entsprechenden Jahr 917 Zigarettenreste, gefolgt von 610 Essensverpackungen, beispielsweise von Süßigkeiten oder Chips, und 87 Plastiktüten. Die Gesamtzahl aufgesammelter Gegenstände betrug 32.245 mit einem Durchschnittsgewicht von 50 Gramm pro Gegenstand.
Aus globaler Perspektive nimmt Deutschland hinsichtlich der von Ocean Conservancy katalogisierten Strandsäuberungsmaßnahmen eine geringe Bedeutung ein. In den USA, dem Hauptsitz der Organisation, wurden 2022 beispielsweise über 920 Tonnen Müll eingesammelt, rund ein Viertel der weltweiten Menge. Weitere Länder mit hoher Müllsammelaktivität sind Südafrika (747 Tonnen), Norwegen (251 Tonnen) und die Philippinen (249 Tonnen). Die von Ocean Conservancy aggregierten Daten können gemäß der Natur der Erhebung kein vollständiges Bild der Verschmutzung an den Küsten und Flussufern der jeweiligen Länder bieten, auch ein länderübergreifender Vergleich ist aufgrund der hohen Diskrepanz an der bereinigten Fläche und den beteiligten Freiwilligen nur schwer möglich. Vielmehr bieten die Daten einen Einblick in die Menge an Müll, die alleine durch eine Nichtregierungsorganisation und daran angebundene Initiativen entfernt werden, sowie in die Arten des vorgefundenen Mülls.

Florian Zandt , Data Journalist

Plastik währt ewig in den Ozeanen Natur- und Umweltschutz

Plastikflaschen, Zahnbürsten und Zigarettenkippen – mehr als zehn Millionen Tonnen Abfälle landen jedes Jahr in den Ozeanen. Um die Plastikmüllberge einzudämmen, hat das EU-Parlament nun ein Verbot für Einweg-Plastikprodukte in die Wege geleitet. Plastikteller, Trinkhalme und Wattestäbchen sollen künftig aus dem Handel verschwinden. Es ist zumindest ein erster Schritt, um die Weltmeere endlich vor weiteren Plastikmassen zu schützen.
Nicht nur die Masse, auch die lange Haltbarkeit des Unrats macht den Meeren zu schaffen. Die Statista-Grafik zeigt die durchschnittliche Zersetzungszeiten von Müll im Meer. Eine Plastiktüte braucht laut Angaben des NABU 20 Jahre, bis sie zerfällt, eine Getränkedose 200 Jahre, eine Plastikflasche sogar 450 Jahre. Angelschnur bleibt bis zu 600 Jahre lang im Meer bestehen.
Für die Natur ist der Plastikmüll eine ernste Bedrohung. Delfine und Meeresschildkröten verfangen sich in Teilen abgerissener Fischernetze und verenden qualvoll, Seevögel verwechseln Plastik mit Nahrung und Fische haben den Bauch voller Mikroplastik. Immer häufiger kommt es auch zu sogenannten Müllstrudeln in den Meeren. Der bekannteste „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik ist bereits so groß wie Mitteleuropa.

Matthias Janson, 11.04.2024

Weitere Links zum Thema Umweltverschmutzung durch Zigaretten und Fast Fashion